26.07.2021 Aus der Stadt ins irgendwo im Nirgendwo

Der Morgen begann bei einem entspannten Frühstück im Sonnenschein - bis der eifrige Angestellte in seinem Golfcar zu uns fuhr und darauf hinweisen musste, dass sie nun geöffnet hätten und wir quer auf dem Parkplatz ( der lt. Schild ausdrücklich auch für Besucher der Halbinsel existiert; und als solche sahen wir uns) stünden. Und ob das Gefährt denn mehr als 2t wiegen würde, weil der Parkplatz gerade neu gemacht worden sei. Mit einer Erklärung im (scheiss-)freundlichsten Ton erläuterte ich ihm das Offensichtliche: Dass das Gespann korrekt abgestellt länger als zwei Parklücken sei - weshalb wir uns die morgendliche Ruhe nicht nehmen ließen, fertig aßen und gemütlich zusammenpackten. Dabei konnten wir dann auch den vermeintlichen Grund für den Unmut des Mitarbeiters ausmachen: wenn die Generation Ü80 versucht, auf einem praktisch leeren Parkplatz den großen E-Porsche einzuparken, hätte ich auch lieber noch etwas mehr Platz links wie rechts... so 10m. 

Wir ließen gegen 9.30Uhr das Meer hinter uns und fanden nur wenige Fahrminuten entfernt einen Platz am Schloßpark in Göteborg. Im Internet hatte ich zuvor gelesen, dass dieser einen kostenlosen Zoo, also genau das Richtige für die Kinder, haben sollte. Der weitläufige Park erinnerte an den Großen Garten, jedoch zum Verzücken aller mit Aussichtspunkten, Wasserfall und Wildgehegen (Ziegen, Rentiere, Elche, Pferde,...).

          

Das eindeutige Highlight und der Abschluss des Spaziergangs waren die Roben, die immer wieder genüsslich ihre Nasen der Sonne entgegenstreckten. Mittlerweile war es sehr heiß und schwül geworden und wir kehrten für eine Mittagspause zum Wohnwagen zurück. Gesellschaft leistete uns dabei zu unserer großen Verwunderung einer Ratte, die neugierig bis auf etwa 3m an uns heran kam und wahrscheinlich etwas von Softbröd und Kalles abhaben wollte. 

   

In Göteborg hatten wir kein spezielles Ziel auserkoren und eigentlich auch nicht wirklich Lust auf Wärme und Gedrängel, weshalb die Fahrt durch die Stadt direkt weiter zum nächstgelegenen ICA Maxi ging - Wasser und Brot waren schon wieder zur Neige gegangen.

 

Fast zufällig landeten dabei verschiedenste Vanillj- und Kanelbullen, Godis und Marabou im Korb. Und, nicht zu vergessen, die obligatorischen schwedischen Romane für die Zeit nach dem Urlaub. Das grandiose Sandwicheis von Langnese (davon habe ich als Aupair damals praktisch gelebt - soooo lecker!) lies die beiden kleinen Streithähne sogar kurz verstummen.

   

Ein anschliessender Blick auf die Karte zeigte uns zahlreiche Seen entlang der Route nach Nordosten zum Vänern. Ohne konkrete Endstation verliesen wir an einem Naturschutzgebiet die Autobahn und folgten einer Nebenstraße direkt in die "Pampa". Die nächstgelegene Mischung aus Nothaltebucht/Parkplatz direkt gegenüber eines Sees erschien idyllisch und als Nachtlager geeignet. Die Stille dort war ohrenbetäubend. Nichts als das regelmäßige Wellenrauschen und der leichte Wind störten die Ruhe. Die Kinder begannen an dem kleinen Strand sofort eifrig mit dem Bau verschiedenster Häusschen aus Stöckchen, Treibgut und vertrockneten Binsen, die sogar dem nächtlichen Sturm standhalten würden. 

Das Abendbrot musste dann aus genau diesem Grund in den Wohnwagen verlegt werden. Es begann plötzlich und das erste Mal in diesem Urlaub zu regnen, genauer wie aus Eimern zu schütten, was sich auch bis zum zeitigen Morgen des folgenden Tages nicht mehr ändern sollte. Glücklicherweise konnten wir uns mit einer furzlauen Dusche (Premiere!) aufwärmen.

Fazit des Tages:

  • 2 Tage kann man problemlos autark wohnen (mit etwas Wasser nachfüllen)
  • Autobahn in Schweden ist auch: eine breite Straße mit Ampel und Kreisverkehr
  • Zweijährige, die Cola trinken... #läuft
  • Wenn Mama in der Spielzeugabteilung des Supermarktes zu Kindern (ca.3 & 7 ) sagt, ob man nun einkaufen gehen könne, und die beiden ohne Diskussion der Mutter folgen, fragt man sich schon, was man in der Erziehung falsch gemacht hat

 

Etappenstart: 9.30 Uhr in Golf Club Särö

Etappenende: 16.00 Uhr in Alingsas (OT Anten)

Etappenstrecke: 90 km

Das gab`s zum Mittag: Wahlessen aus Sandwichs, Kaltschale, Obst & Gemüse und Restern...

Schlafenszeit: 21:15Uhr Das große *ichwartejetztdassdumirnocheineLampezumlesenbringst* Pubertier

                     21:30 Uhr krankes Mutzel im großen Bett bei Mamas Kopfkraulen

Wetter: ca. 28-30 Grad Sonne mit kleinen Schäfchenwolken und schwül; ab 1800 Gewitter

 

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