Tag 8 Sommer, Sonne, Sonnenscheiheiiin…

Der Tag begann bei herrlichem, sogar noch besserem Wetter, als am Tag zuvor. Die frühe Morgenstunde wurde genutzt, um endlich mal das System hinter den Waschsalons kennenzulernen und Wäsche waschen zu gehen.


Direkt nach dem Frühstück waren die Kinder plötzlich wieder verschwunden und die Stille verdächtig: sie saßen bei den Campingnachbarn zu deren Füßen und waren schon wieder mit den zwei schwarzen Fellknäulen beschäftigt. Die Nachbarn nahmen es total gelassen und wir schwatzten eine ganze Weile. Die Engländerin und ihr Mann erzählten mir viel von ihren Campinggewohnheiten, den Hunden, Engländern allgemein und meinten, „how lovely“ Linnea und Annika seien, weil die britischen Kinder sich arg daneben benehmen würden. Ich musste mir ein Lachen verkneifen.


Wir sprachen auch über das derzeitige Covid-Problem, „it`s ridiculous“, was derzeit in England abgehe, sagten sie. Viele Engländer fürchteten sich, ins Ausland zu fahren, es gäbe hohe Strafen, wenn die ganzen Vorschriften nicht durchgesetzt und eingehalten würden. Was wiederum zu den aus allen Nähten platzenden Campingplätzen führe. Das sei so kein Normalzustand und wir sollten doch um Weihnachten wieder hinkommen, das sei ganz bezaubernd dort in der Gegend.


Allerdings hatte das unser Problem mit der aktuellen Platzsuche noch nicht gelöst und Steve lief sogar zum benachbarten Campingplatz, um für uns nach einer Vakanz zu fragen. Leider war auch der bereits ausgebucht. Während wir bereits, eine Stunde vor Abreise 11.30Uhr leicht am Verzweifeln waren, stand Steve`s Frau plötzlich wieder in der Tür und brachte uns noch ein paar Telefonnummern zu weiteren Plätzen. Es war rührend.
Genau 5 Minuten vor Abreise konnten wir endlich 3 Nächte im eine Autostunde entfernten Kendal ergattern und waren extrem erleichtert!

Zwischendurch erklang mehrmals das laute Donnern am Himmel, welches wir bereits am vorherigen Abend zu später Stunde gehört hatten: Kampfjets führten ihre Flugübungen zwischen den Bergen durch. Ein beeindruckendes Spektakel.

Das Thermometer zeigte mittlerweile 30°C und am Himmel war kein Wölkchen zu sehen. Die Ausblicke über die Seen und zu den Bergen waren, wenn das überhaupt möglich war, noch schöner,  als auf der Hinfahrt! Am Windermere vorbei wälzten sich die Menschen und Autos. Unsere Campingnachbarn hatten in den News gehört, es gäbe 4 Meilen Stau dorthin. Offenbar ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Wir waren froh, dich etwas ausserhalb zu bleiben.

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Angekommen auf dem neuen Platz in Kendal richteten wir uns wie gewohnt häuslich ein. Es war so heiß geworden, dass es nur noch im Schatten erträglich war. Dafür trockneten die zwei Maschinen Wäsche hervorragend!

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Die Mittags- und Nachmittagszeit verbrachten wir auf der Wiese mit Picknickdecke, Büchern, einer Miniwasserschlacht, einer von Lina selbstkreierten Dusche...und brachen gegen 17Uhr mit einem tobenden Kleinkind zu einer kleinen Nachmittagsrunde auf. Annika hatte sich kurzerhand mit dem zweijährigen Nachbarsmädchen angefreundet und war zu ihr in die mit Wasser gefüllte Plastekiste gestiegen. Sie fand es absolut nicht in Ordnung, diese Kiste wieder verlassen zu müssen und informierte darüber den ganzen Campingplatz. Und dann sollte sie auch noch Schuhe anziehen...und die Katze auf der Mauer in Ruhe lassen...und überhaupt. Der Spaziergang wurde entgegen der Erwartungen dann doch noch schön, führte an einem Fluss vorbei über Felder voller Schafe, und dichtbewachsene Straßen. Das Highlight bildeten zum Abschluss die Traktoren, denen wir zusahen, wie sie aus dem frischen Heu Ballen formten und sie in eine „Jacke“ wickelten.

Zurück auf dem Campingplatz hatten viele ihren Grill hervorgeholt und Jan ein Tränchen im Knopfloch. Also fuhr er spontan nochmal zum nächsten Supermarkt und besorgte einen kleinen Einweggrill. Und eine Plastekiste zum Baden für die Kinder, die bis zum Abendbrot vergnügt planschten.

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Fazit des Tages:
- Diskolichter sind sogar an der Müllabfuhr
- Hier gibt`s Verkehrsschilder mit tänzelnden Hirschen
- Ein Grill gehört in den Wohnwagen
- Es gibt ja doch Katzen hier.
Sommer in England existiert nicht nur in der Theorie! Es ist kein Mythos! Wirklich! Man mag es kaum glauben...
- Sonnenmilch ist keine so schlechte Erfindung.
- Sch****. Sonnenbrand.

Etappenstart: 11.35Uhr
Etappenziel: 12.45Uhr            Campingplatz Kendal
Etappenstrecke: 34 Mls

Schlafenszeit der Tanzmaus: zum Glück gibt`s heut mal Pina Colada...

 

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